Ein ganz normaler Tag…

20:15. Ich sitze in einer Kneipe und trinke Bier. Ich sollte an einem Exposé arbeiten. Ich trinke statt dessen Bier und starre den Monitor an. Heute ist Deadline, die ich schon mehrmals gerissen habe. Das Verständnis ist bald vorbei. Ich trinke. Rauche. Trinke. Starre auf den Bildschirm.

Um 5:45 hat der Wecker geklingelt. Früh aufstehen macht mir nichts aus. Der Wecker klingelt aber früher als sonst, denn ich weiß, dass ich wieder 20 bis 40 Minuten auf meiner Couch sitzen und die Wand anstarren werde. Wie seit Tagen. Jeden Morgen. Und dann sind da die Gedanken, die völlig absurd sind: Wer bin ich, warum bin ich und wieso habe ich es überhaupt verdient zu atmen?

Nächster Tag. Nichts ist besser. Die Leere. Sie gehört zu mir. Ich werde immer wieder den Bildschirm anstarren. Starr starren. Mich nicht bewegen und nicht einmal durch atmen die Leere füllen.

18:00. Ich sitze wieder in einer Kneipe. Rauche. Trinke Bier. Schnaps. Trinke um mich nicht zu spüren. Mich nicht zu spüren. Fülle die Leere mit Alkohol, laufe nach Hause, erbreche und falle auf die Couch. Schlafen. Unruhig. Leer. Keine Träume.

Leben – geht auch vorbei. Die Leere bleibt.

(Das Bild ist von Mary Lock und steht unter CC BY NC ND 2.0 auf flickr)

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