Lords of the Sith – Zwei Sith-Lords machen eine Landpartie

Ich habe ja vor geraumer Zeit angefangen, mich durch den aktuellen Star Wars Kanon zu lesen – im Moment ist es noch nicht soooo viel und irgendwie und ich wollte anfangen, bevor plötzlich wieder 20 Romane einer Reihe veröffentlicht sind. Neben diversen Comics machte für mich Lords of the Sith (dt. Die Sith-Lords) den Anfang. Auf eine gewisse Art und Weise mag ich Darth Vader und sein Verhältnis zum Imperator, sein Leiden, seine Wut, seine Angst. Die Figur Darth Vader ist voller Tragik und wir wissen ja, dass es dann doch ein Gutes Ende für ihn nimmt (OK, er ist tot aber er ist wieder Anakin Skywalker, dazu ein Machtgeist und mit seinen Lehrer Yoda und Obi-Wan wieder vereint. Also, besser als einfach nur tot zu sein).

Ab hier kommen jetzt einige Spoiler. Lies nicht weiter, wenn du das nicht möchtest. 

Der Roman erzählt zwei Geschichten: 1. Der Versuch der Twi’leks, das Imperium von Ryloth zu vertreiben (einige erinnern sich vielleicht an die Ryloth-Folgen in der Clone Wars Serie, dort hat die Republik die Separatisten verjagt) und 2. Das Verhältnis zwischen Darth Vader und dem Imperator.

Schon in den Klonkrigen hat Cham Syndulla (Jep, Vater von Hera Syndulla aus Star Wars Rebels) den Freiheitskampf der Twi’leks gegen die Separatisten angeführt den er, nicht ohne die Unterstützung der Großen Armee der Republik, gewonnen konnte. Jetzt, wo das Imperium regiert macht er einfach das, was er am besten kann: Für die Freiheit von Ryloth kämpfen. Wie und warum es die Rebellen um Cham nun schaffen, Vader und Sidious nach Ryloth zu locken ist jetzt hier erstmal nicht wichtig, aber das Ergebnis schon: Irgendwie schaffen es die Rebellen, die beiden Sith-Lords nach Ryloth zu locken. Sie begeben sich an Bord der Perious, dem persönlichem Sternenzerstörer von Darth Vader (ich möchte bitte auch einen persönlichen Sternenzerstörer), die kurz vor ihrem Ziel von Chams Rebellen angegriffen und durch perfide Manöver der Rebellen im inneren mit Bomben versehen wurde, die nun hoch gehen. Die Hälfte des Buches ist voll von solcher Action, die für mich persönlich eher langweilig ist. Was mir das Buch aber spannend gemacht hat ist die Beschreibung des persönlichen Verhältnisses zwischen dem Imperator und Vader. 5 Jahre nachdem Anakin Skywalker zu Darth Vader wurde ist das Verhältnis der beiden immer noch angespannt. Jedes Gespräch zwischen Vader und dem Imperator ist ein Test der Loyalität Vaders zum Imperator. Und so geht es auch weiter: beide stürzen mit ein paar wenigen Mitgliedern der Imperialen königlichen Garde in der Wildnis von Ryloth ab und auf ihrem Weg zu einer imperialen Basis gehen diese Tests weiter. Manchmal möchte man: „Tu es nicht!“ schreien, denn Vader ist durchaus klar, dass ihn der Imperator betrogen hat. Er klammert sich aber an den Lügen des Imperators fest, internalisiert sie, denn sie sind alles, was ihm geblieben sind. Wir lernen über Vader, wie er in seiner Rüstung lebt, wie es ist, sich mit Servos zu bewegen und die Macht gebrauchen zu müssen, um überhaupt vorwärts zu kommen. Wir lernen viel über seine Wut und den Hass, der ihn antreibt, denn er fühlt sich dazu auch noch nach wie vor von Obi Wan verraten.

Natürlich schaffen es die beiden Sith-Lords wohlbehalten zu einer imperialen Basis. Auf dem Weg hinterlassen sie Leid und Zerstörung: ein ganzes Dorf wird von Vader auf Befehl des Imperators ausgelöscht (ich fühlte mich seh an Vader im Tempel erinnert, als er die Jünglinge tötete).

Ein Dritter, kleinerer Handlungsstrang des Buches zeigt uns das Innere der imperialen Armee, in der Korruption, Erpressung und Bestechung herrscht. Das ist auch durchaus spannend und ich hätte da gerne einen ganzen Roman zu. Den Teil mit den Rebellen auf Ryloth hat mir weniger Spaß bereitet, so wie schon die oben angesprochenen Ryloth-Clone Wars Folgen mir auch weniger Spaß bereiteten.

Ich spreche aber trotzdem eine klare Leseempfehlung aus, wenn man sich für das Verhältnis zwischen den beiden Sith-Lords interessiert, denn hier können wir sie bei einer Landpartie erleben und lernen wirklich viel über sie. Ich hoffe, wir lesen noch mehr über gemeinsame Ausflüge der beiden.

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