Hör- und Lesestoff: SCHUFA und vegane Nazi Hipster

Ich war bei Logbuch Netzpolitik zu Gast und habe mich mit Tim und Linus knapp eineinhalb Stunden über Vegane Nazi Hipster (schlimm), die Bundeswehr (ein paar Nazis, ansonsten auch schlimm), die SCHUFA (keine Nazis, aber definitiv schlimm) und die Payment Service Directive 2 (PSD 2) (unverdächtig, aber ich hege sehr ambivalente Gefühle) unterhalten.

Die Folge gibt es drüben bei Logbuch Netzpolitik. Ich wünsche viel Vergnügen beim Hören.

Und sonst? War ja eher ruhig hier. Ich habe bei GOLEM über mein kleines SCHUFA Abenteuer geschrieben, die Nachwehen gibt es auch im Podcast zu hören. Alles in allem war ich also produktiv, nur leider hat man das hier auf tomate.su nicht so mitbekommen.

Das Titelbild ist das Titelbild von Logbuch: Netzpolitik. Ich brauchte halt ein Titelbild. 

Die Aufnahme fand sehr früh statt statt und wie wir ja wissen wird mein Output mit Kaffee angetrieben. Wenn Dir gefällt was ich hier so mache – hier ist meine ☕ Paypal-Kaffeekasse und natürlich gibt es auch andere Wege meine Arbeit zu unterstützen.

Throwback: Ich hab da einen Magneten im Finger

Heute vor fünf Jahren war der Tag, an dem ich einen Magneten in den Finger implantiert bekam. Seit 5 Jahren trage ich also das Stückchen Neodym-Eisen-Bor in meinem Finger trage. Die Frage „Warum hast du das gemacht?“ wurde seit dem ungefähr 470 Mal gestellt und ich hab ja schon seit mindestens 3 Jahren keine Lust mehr, diese Frage zu beantworten. Zum Glück kann ich statt dessen auf entweder einen schönen Text oder wahlweise einen Videomitschnitt verweisen: Pylon DC4LW hat auf den mrmcd 2016 eine halbe Stunde darüber gesprochen (Mitschnitt auf media.ccc.de) und Jannis hat ausführlich darüber geschrieben. Dort erfahrt ihr auch, was mit dem Magneten alles so geht (oder auch nicht).

Die Krise der Onlinewerbung

So langsam hab ich die Faxen dicke (Wiktionary). Wirklich. Die Online-Werbung steckt seit Jahren in diversen Krisen und anstatt nach Lösungen zu suchen, gibt es nur ein „Weiter so!“ Seit der Springer Verlag Abblocken-Blocker eingeführt hat, können wir von den „Adwars“ sprechen, die im Internet toben. Der jüngste Kombattant? Spiegel Online. Wer die Seite mit einem Adblocker aufruft, bekommt nun folgendes zu sehen:

"Bitte deaktivieren Sie Ihren Adblocker"
Adblocker deaktivieren. Und Do-not-Track-Funktionen, Inkognito-Modus und alle anderen ähnlichen Erweiterungen. Quelle: Spiegel Online Screenshot

„Aber tomate! Journalist*innen müssen nun mal Geld verdienen!“ Das ist richtig. Sollen sie auch. Bin ich total dafür. Ich habe aber mehrere Probleme damit. Heute geht mir nicht um die Menge der Werbung oder dass ich erst einmal vor lauter Werbung den Inhalt nicht sehen kann – das ist ein anderer Teil der Krise. Heute geht es um Malvertising. Seit dem 05.03.2018 hat Spiegel Online einen Adblocker-Blocker. Statt der Seite erscheint obiges Bild. Wer also Spiegel Online anschalten will, muss den Adblocker abschalten.

Jaeger jaegern: Pacific Rim Uprising

Für viele Menschen gibt es Weihnachten die Tradition, einen *hustet* Weihnachtsfilm zu sehen. Viele Menschen schauen Stirb Langsam oder Terminator, bei mir ist es seit 2013 Pacific Rim (Wikipedia). Klar, der Film gibt inhaltlich nicht viel her. Jaegerpiloten sind rar, keiner mag niemanden, patriotische Ansprache, Zusammenarbeit, Jaeger erlegen Kaijū  und am Ende sind alle irgendwie glücklich. Warum ich mir diesen Film anschaue? Weil er eine optische Augenweide ist und ich das Konzept der Jaeger wirklich mag (Es erinnert mich an einige der Dune-Prequel Romane aber das ist eine andere Geschichte). Wenn noch nicht klar ist, was ein Jaeger ist, hier auf youtube gibt es die Erklärung (bitte nicht mit Jägern aus Ready Player One verwechseln).

Ready Player One

Am Freitag Abend flog ich nach Wien, um den den 40ten Geburtstag einer Freundin dort zu feiern. Da ich am Samstag wieder in Berlin sein musste, klickte ich mir einen Rückflug für morgens um 6:30 Uhr und da ich ja nur für eine Party dort war, hielt ich es für eine gute Idee, so wenig wie möglich mitzunehmen. Der Laptop blieb also zu Hause und damit die Tasche, in der ich ihn immer rumtrage. Am Flughafen fiel mir dann ein, was deswegen auch zu Hause geblieben ist: Das Buch, das ich gerade lese.

Zum Glück gibt es in der Wellblechhütte (Terminal C des Flughafen Tegel – Bild auf Wikimedia Commons) ein Geschäft, dass neben Zeitschriften, viel zu teuren Getränken und Süßigkeiten  und schrecklichen Mitbringseln (Gern geschehen Anita!) auch Bücher verkauft. Natürlich vor allem Best Seller und leichte Romantik, ein paar Kinder- und Jugendbücher. Ich hatte also nicht viel Auswahl und das einzige Buch, das ich bereit war zu lesen und das ich noch nicht gelesen hatte:  Ready Player One (RPO) von Ernest Cline (Wikipedia). 

Nachlesen und -hören: Heimkinderrealität

Heimkinder. Mir selbst ist dieses Schicksal erspart geblieben, denn ich wurde noch als Säugling adoptiert und hatte damit das Glück, diese Erfahrungen nicht machen zu müssen. Mein Bekannter Hannes King hingegen hat diese Erfahrung gemacht. Er hat darüber geschrieben, wie es ist sein Elternhaus zu verlieren und dann als Heimkind  groß zu werden. Die Serie von vier Artikeln ist aus 2017 und jetzt hat sich Hannes mit monoxyd und Ronny Kraak (besser bekannt als Kraftfuttermischwerk) hingesetzt und mit den beiden darüber gesprochen. Herausgekommen ist ein 2:15h langer Podcast, der mir noch einiges beibringen konnte. Hier gibt es Die Wahrheit Folge 25: Heim.Kind.

Die Artikelserie von Hannes findet ihr auf seinem Blog.

Das Titelbild ist von Mannfred Brückels und steht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0. Lizenz.

Multimediale Ausstellung zum Netzfeminismus in Deutschland und Mexiko

Ich laufe ich auf meiner Hunderunde mit Barbara mindestens einmal am Tag an einer kleinen Galerie in Neukölln vorbei. Ich schaue auch immer neugierig durch das Schaufenster, was denn gerade so zu sehen ist. Mal find ich es hochspannend, mal verstehe ich es nicht und manchmal sehe ich die Künstler*innen beim Aufbau ihrer Ausstellung. Gestern Abend sah ich beim vorbeilaufen aus dem Augenwinke, das die Galerie voll mit Menschen, die einem Vortrag lauschten. Heute Vormittag hatte ich ein wenig Zeit und schaute mir das Fenster genauer. Die Tür ging auf und ich wurde freundlich hinein gebeten. 

Wenn es nicht Liebe ist, was dann?

Dann ist es Hass. Misogynie. Volle Verachtung. Oder? Ich weiß nicht, was es ist, wenn es das nicht ist. Ich weiß aber sehr wohl, dass das, was Julia Schramm hier in diesem Buch veröffentlicht hat, leider normal ist. Zusammen mit ihrem Mitherausgeber Johannes Finke hat Julia in ihrem Blog-Kommentaren gewühlt, in den Emails und DMs die sie erhalten hat. In der Jauchegrube der youtube-Kommentare und über Tellonym wurde sie auch fündig: Hass und sexualisierte Belästigung. Sorgfältig kuratiert, neu gesetzt und in der Originalrechtschreibung und -grammatik gehalten dürfen wir an Julias Inbox teil haben.

Whispers in the Shadow – Detractors

Im Jahr 2000 hatte ich mit Freunden zusammen das Gothic World Treffen organisiert. Ein kleines feines Festival, dass direkt finanziell in die Hose ging und unter anderem darum auch die in diesem Jahr die einzige Auflage bleiben sollte. Ein Haufen famoser Bands spielte dort und wir hatten einige Bands gebucht, weil wir sie unbedingt live sehen wollten; so durfte ich an einem Samstag das erste mal Whispers in the Shadow (WITS) live sehen. Ihre ersten drei Alben liefen in meinem CD-Player (tragbar) hoch und runter; „A Taste of Decay“ vom gleichnamigen dritten Album war dieser Tage eines meiner Lieblingslieder: