Am 25.11.21 hatte ich Euch allen meinen Namen und meine geschlechtliche Identität mitgeteilt. Ein Wikipedianer änderte ein paar Wochen später den Wikipedia-Eintrag über mich, um die Realität abzubilden. Darauf hin gab es eine Breite Diskussion darüber, wie ich denn wirklich heiße und ich durfte den schmerzhaften Prozess miterleben, dass andere Menschen darüber abstimmen, wer ich denn bin.

Oh ja!

Eben bekam ich eine Email von der Shuttleworth Foundation, dass ich 5000 USD bekomme. Für… ja für was eigentlich? Für den Kram, den ich immer mache: aktivistisch rumpöbeln. Über HIV/AIDS schreiben. Über Queerness aufklären. DRM bei Ebooks hassen. Über ADHS/Depression sprechen. All das Zeug, das ich halt so mache. Vorträge halten (wenn diese langweilige Pandemie endlich aufhört uns alle langsam umzubringen).

Es war Frankfurter Buchmesse und ich glaube, fast jede Person hat mitbekommen, dass Jasmina Kuhnke ihre Teilnahme abgesagt hat, weil mal wieder rechte Verlage auf der Buchmesse einen Stand hatten. Nicht nur Jasmina – auf Twitter als @ebonyplusirony bekannt – hat abgesagt, sondern noch ein paar weiter Schwarze Autor*innen. Genauer könnt ihr das z.B. hier beim Spiegel nachlesen.

Ich war ja auch mal als Autor auf der Buchmesse und habe damals mein Buch .NEUSTART vorgestellt und schon damals 2015 gab es ein Naziproblem. (Eigentlich auch schon vorher und viel vorher und immer wieder, um genau zu sein.)

Der CSD Bremen war eine zwar sehr nasse aber auch sehr schöne Veranstaltung. Wir erinnern uns: es gab vorher ein wenig Streit über Fetischdarstellung auf dem CSD und umso schöner war es, sehr viele speziell Puppies dort zu sehen. Irgendwie bin ich vor einer Kamera von bunten un binnen gelandet und damit in einem TV Beitrag im Regionalmagazin. Meinen O-Ton gibt es ab 1:04, das Video ist noch bis 28.08.2022 abrufbar.

Logbuch: Netzpolitik ist ein Podcast über Netzpolitik im speziellen und Politik im allgemeinen. Tim Pritlove und Linus Neumann zeichnen sich verantwortlich für die jeweiligen Sendungen und nachdem ich 1. auf Golem über die SCHUFA gerantet hatte und 2. Bankkaufmann bin und 3. auch noch Teil des Protestes gegen die Bundeswehr bei der re:publica war, haben die beiden mich eingeladen um ein wenig mit mir über diese ganzen Themen zu sprechen

Berlin. Charlottenburg. Ich sitze mit einer Freundin in einem Café bei einem späten Frühstück. „Oh, ich muss noch beim Arzt anrufen, wegen der Blutwerte“. Ich nehme mein Telefon und wähle die Nummer meines Hausarztes. Ich war die letzten Wochen dauernd krank und mein Arzt hat mal vorsorglich einen Test „auf alles“ gemacht.
„Herr Urbach, ja, die Ergebnisse sind da – alles gut. Ah, HIV fehlt noch. Naja, da rufen se inner Stunde nochmal an“.
Wir frühstücken weiter. Trinken Kaffee, lachen viel und haben uns viel zu erzählen. „Ich ruf gerade nochmal an“.
„Herr Urbach, das ist komisch, das ist immer noch nicht da. Rufen se nach der Mittagspause nochmal durch?“ – „Klar“.

Neustart – ET am 01.10.2015

Stephan Urbach, geboren 1980 im hessischen Lauterbach, studierte erfolglos Deutsch und Geschichte auf Lehramt für Gymnasium in Frankfurt am Main, bevor er eine Lehre zum Bank- und Sparkassenkaufmann absolvierte. Von 2011 bis Februar 2014 arbeitete er als Referent der Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin für den Ausschuss für kulturelle Angelegenheiten, sowie den Ausschuss für digitale Verwaltung, Datenschutz und Informationsfreiheit. Er war bis 2013 Mitglied der Piratenpartei. 2010 bis 2013 war Stephan Urbach Mitglied der Aktivistengruppe Telecomix, die sich vor allem während der Proteste auf dem Tahirplatz in Kairo und den Anfängen des Bürgerkrieges in Syrien einen internationalen Namen machte.