HIV und Stigma ist eine niemals endende Geschichte. Lange habe ich darüber nachgedacht, was das Stigma für mich bedeutet und über die Jahre habe ich natürlich verschiedenste Diskriminierung aufgrund HIV erfahren (diese aufzuzählen wäre müßig). Viele Gespräche mit anderen positiven Menschen, Diskussionen mit auf Twitter und in anderen Medien, Vorträge von Expert*innen und natürlich meine eben angesprochene eigene Erfahrung brachten nicht so wirklich ein Ergebnis, denn das was ich sagen will, dafür fehlten mir die Worte. Bis jetzt.

Berlin. Charlottenburg. Ich sitze mit einer Freundin in einem Café bei einem späten Frühstück. „Oh, ich muss noch beim Arzt anrufen, wegen der Blutwerte“. Ich nehme mein Telefon und wähle die Nummer meines Hausarztes. Ich war die letzten Wochen dauernd krank und mein Arzt hat mal vorsorglich einen Test „auf alles“ gemacht.
„Herr Urbach, ja, die Ergebnisse sind da – alles gut. Ah, HIV fehlt noch. Naja, da rufen se inner Stunde nochmal an“.
Wir frühstücken weiter. Trinken Kaffee, lachen viel und haben uns viel zu erzählen. „Ich ruf gerade nochmal an“.
„Herr Urbach, das ist komisch, das ist immer noch nicht da. Rufen se nach der Mittagspause nochmal durch?“ – „Klar“.