Multimediale Ausstellung zum Netzfeminismus in Deutschland und Mexiko

Ich laufe ich auf meiner Hunderunde mit Barbara mindestens einmal am Tag an einer kleinen Galerie in Neukölln vorbei. Ich schaue auch immer neugierig durch das Schaufenster, was denn gerade so zu sehen ist. Mal find ich es hochspannend, mal verstehe ich es nicht und manchmal sehe ich die Künstler*innen beim Aufbau ihrer Ausstellung. Gestern Abend sah ich beim vorbeilaufen aus dem Augenwinke, das die Galerie voll mit Menschen, die einem Vortrag lauschten. Heute Vormittag hatte ich ein wenig Zeit und schaute mir das Fenster genauer. Die Tür ging auf und ich wurde freundlich hinein gebeten. 

„Na gut, habe ja gerade eh nix zu tun, da kann ich mir auch Sachen anschauen,“ ging es mir durch den Kopf und Barbara und ich betraten die Galerie. Drinnen erkannte ich das Design wieder – ich hatte es schon auf Flyern, in Newslettern und Tweets gesehen, in denen die Ausstellung breit angekündigt wurde. Ich hatte nur nicht gerafft, dass es dabei um eine Galerie bei mir um die Ecke ging. Aber genug Vorgeplänkel! Um was geht es eigentlich?

#MeToo, #aufschrei, #MiPrimerAcoso – weltweit spielt das Internet eine immer bedeutendere Rolle für feministischen Aktivismus. So auch in Mexiko und Deutschland. Die multimediale Ausstellung „Wir sind vernetzt | Estamos conectadas“ gibt einen Einblick in die virtuellen Räume von und für Frauen in beiden Ländern. Was sind feministische Perspektiven auf Internettechnologie? Welche Rolle spielt der lokale Kontext? Wie mit Hass im Netz umgehen? Können wir unsere Lebensrealität noch in „virtuelle“ und „physische“ Welt trennen? All diese Fragen regen im internationalen Kontext sowie zwischen verschiedenen Generationen wichtige Diskussionen an, während die Zahl der Internetnutzer*innen weltweit steigt. Wie also kann feministischer Aktivismus zwischen online und offline in Zukunft aussehen?

Die beiden Macher*innen Mirjana Mitrović (Twitter) und Jan-Holger Hennies (Vimeo)haben jetzt aber nicht nur diese eine Ausstellung in Berlin gemacht – schon 2017 waren sie damit in Mexiko zu Gast und haben den gesamten Ausstellungsinhalt auch online auf deutsch und spanisch verfügbar gemacht.

In der Galerie gibt es noch bis 11. März 2018 ein Programm aus Workshops und Vorträgen mit deutschen und mexikanischen Feministinnen, der Eintritt ist jeweils frei. Das Programm in der Galerie bauchhund salonlabor, Schdomastr. 38, 12055 Berlin (Nähe S Bahnhof Sonnenallee) findet ihr auf der Website der Ausstellung, die ihr auch auf Twitter und Facebook findet.

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