Shortfiction: Dare to Fly

Im Rahmen der Veröffentlichung des Rollenspiels Aces in Space habe ich damals auf Twitter eine Shortfiction geschrieben.

Es regnete.
Es regnet immer.

„Es muss regnen“, sagte mir ein alter Bro einmal. „Wir leben in der Zukunft.“
Ich lachte. „Woher weissten das?“
„Nana hat gesagt, auf der Erde sind die Gangs in große Räume gegangen wo sie Filme aus der Zukunft gezeigt haben. In allen ist es voll mit Regen!“

Nana war die Ehrenprez der Gang. Nanas Wort war Gesetzt und wenn Nana sagte, dass alte Filme die Zukunft zeigen, wer wäre ich das in Frage zu stellen?

Ich schaue aus dem Fenster und versuche etwas zu sehen. Jemanden. Meine Mutter, mein Bruder. Nana. Aber… nur Regen. Nana sagte immer, dass es Schicksal war, dass ihre Gang mich in den Trümmern des Schiffs gefunden hatten. Die nahmen mich mit in ihr Dorf und einer der Jungs, Banger, zog mich groß. Natürlich ist Banger sein Rufzeichen. Bei Geburt wurde er Si’fred genannt aber er ist wie jeder Jockey nur mit seinem Rufzeichen bekannt. Und jetzt ist Banger tot.

Regen prasselt gegen das Fenster.

Bin ich bereit? Ist es der richtige Zeitpunkt? Kann ich einfach gehen? Alle meine Bros sind hier. Ohne sie wäre ich vor Jahren in diesem Wrack gestorben. Aber schulde ich ihnen etwas? Natürlich kann ich bleiben.

Ich starre durch das Fenster in der Hoffnung, dass irgendjemand erscheint der mir sagt, dass die Entscheidung richtig ist.

Ich öffne die Tür und trete in die Sonne. Von außen sieht erste aus, als würde es in meinem Zimmer regnen.
Ich laufe zu Bangers Chopper. Meinem Chopper. OK, er wird meiner sein, wenn ich erst von diesem Planeten weg bin. Der Präsident sagte, dass der Chopper jetzt der Gang gehören würde und er hatte bereits Bangers Schlüssel. Gut, dass sie nicht wussten dass es zwei Schlüssel gibt und wo der zweite ist. Wo er war. Jetzt ist er in meiner Tasche. Sie sagen immer „Dare to fly“. Ich traue mich!

Ich schwinge mich ins Cockpit, drehe den Schlüssel, starte den Motor, starte und innerhalb von Minuten bin ich in der Dunkelheit des Alls im Schweif eines Kometen.

Der Staub auf meinem Cockpitfenster klingt wie Regen. „Das muss die Zukunft sein“ sage ich zu mir selbst.

Die englische Fassung (übersetzt von Judith Vogt) findet ihr im Archive of Our Own.

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