Wenn es nicht Liebe ist, was dann?

Dann ist es Hass. Misogynie. Volle Verachtung. Oder? Ich weiß nicht, was es ist, wenn es das nicht ist. Ich weiß aber sehr wohl, dass das, was Julia Schramm hier in diesem Buch veröffentlicht hat, leider normal ist. Zusammen mit ihrem Mitherausgeber Johannes Finke hat Julia in ihrem Blog-Kommentaren gewühlt, in den Emails und DMs die sie erhalten hat. In der Jauchegrube der youtube-Kommentare und über Tellonym wurde sie auch fündig: Hass und sexualisierte Belästigung. Sorgfältig kuratiert, neu gesetzt und in der Originalrechtschreibung und -grammatik gehalten dürfen wir an Julias Inbox teil haben.

Ich habe den Hass gelesen. In großen Mengen. Es bleibt nicht viel: Kopfschütteln über das Gelesene. Kein Mitleid für die Menschen, die Julia Vergewaltigungen wünschen und dabei dermaßen inneren Druck verspüren müssen, ihr das genau jetzt mitzuteilen, dass die Rechtschreibung zum Lachen bringen könnte – wenn es denn nicht so ernst wäre. Ich habe viel von Mordgedanken gelesen, sexuelle Phantasien die ich eher unter „verstörend“ einsortieren würde und Beleidigung neben Beleidigung. Das Buch hat auf 130 Seiten Kommentare versammelt und ich kann mir nur grob vorstellen, wie es Julia geht, wenn in ihrer Inbox, in einer DM oder in einem Kommentar diese kleinen Nettigkeiten auftauchen:

[emoji herz]
(Es muss Liebe sein, S. 130, Hrg. J. Schramm & J. Finke)

Natürlich sind solche Nachrichten viel zu selten und ich kann mir nur grob vorstellen, wie eine solche Nachricht wirkt, wenn Dir gerade die Scheiße um die Ohren fliegt. Im Feuilleton würde bestimmt ein älterer Herr darüber schreiben, wie selbst schuld Julia ist, wenn sie sich so weit aus dem Fenster lehnt und einfach so Sachen sagt. Wenn sie einfach ihre Klappe hielte, würde das alles nicht passieren. Und das ist es ja: Frauen werden mundtot gemacht, eingeschüchtert und bedroht, weil sie eine Meinung haben. Da kann sich der Feuilletonist noch so sehr wünsche, das sie es nicht tut, dass er das nicht mehr ertragen muss. Aber Frauen wie Julia geben sich nicht geschlagen. Dieses Buch legt nämlich genau darüber Zeugnis ab.

Das Buch bekommt ihr für 9,99 plus 1,50 Porto direkt beim Verlag.

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Ihr zweites Buch 50 Shades of Merkel auf , buecher.de und bei iBooks (Partnerlink)

Disclaimer: Julia und ich sind befreundet. Das Buch habe ich erworben und für diesen Artikel ist kein Geld geflossen oder Sachwerte ausgetauscht worden.

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